Aquitanien
Im Südwesten Frankreichs, angrenzend an die Pyrenäen (Süden) und den Golf von Biscaya am Atlantik befindet sich das Gebiet, dass man Aquitanien nennt. Den Name Aquitanien erhielt (lat. Land des Wassers) einst sicher wegen seinem Klima, mit recht hoher Luftfeuchtigkeit. Das Landschaftsbild des Gebietes ist geprägt von weiten Weinanbaugebieten, Tiefebenen und Kiefernwäldern im Landesinneren (Aquitanischen Becken), sowie breiten Sandstränden und Dünen an der Küste. Bekannt ist die Düne von Pilat (Dune du Pilat), südlich von Archachon. Ihre gigantischen Ausmasse mit über 100 m Höhe, 500 m Breite, annähernd 3 km Länge und einer Sandfläche von ca. 87 ha., machen sie zur größte Sanddüne Europas. Das gesamte Gebiet um die Düne ist Naturschutzgebiet. Das Naturdenkmal ist ein wahrlicher Touristenmagnet, der jedes Jahr weit über 1 Millionen Menschen anzieht. An der Ostseite der Düne gibt es einen Weg (tiefer Sand) auf den Gipfel. Der anstrengende Aufstieg belohnt sie mit einer phantastischen Aussicht. Eine absolute Attraktion ist es vom angrenzenden Hang mit einem Gleitschirm über die Düne zu schweben.
Der Bade- und Luftkurort Archachon ist ein gemütlicher Ferienort im gleichnamigen Bassin d’Arcachon. Unzählige Austern werden hier gezüchtet und es gibt kaum ein Restaurant, wo dieselben nicht auf der Speisekarte stehen. Die Stadt mit ihrem Casino, Fischerei-und Jachthafen, seiner mit Tamarisken bepflanzte Strandpromenade und etwas ausserhalb dem Kiefernwald, hat seinen Besuchern einiges zu bieten. Sehenswert ist Basilika Notre-Dame, die Kirche der Matrosen. Jedes Jahr am 25. März (Mariä Verkündigung) kommen gläubige Seeleute her, um Schutz zu erbitten. Etwas ausserhalb befindet sich der bekannte Leuchtturm auf dem Cap Ferret.
Die grösste Stadt und Hauptstadt des Gebietes und flächenmäßig zweitgrößte Stadt Frankreichs, ist Bordeaux. Die Stadt liegt am Gironde-Delta, in einem geschützten Binnenhafen, der soweit das Auge blicken kann von Weinbergen umgeben ist. Seit der Antike ist die Gegend der Stadt ein bedeutendes Handelszentrum und bekannt fuer den Weinanbau, welcher den Charackter der Stadt massgeblich beeinflusst hat. Beeindruckend ist die Brücke mit ihren 17 Bögen. Die Pont de Pierre war die erste Brücke der Stadt. Man sagt, dass die 17 Brückenbögen für die Buchstaben Napoléon Bonaparte stehen. Von hier hat man einen wundervollen Ausblick auf die Stadt, mit moderenen Wolkenkratzern, altertümlichen Bauwerken, Parkanlagen, der malerischen Altstadt mit schmalen verwinkelten Gassen und viel zu vielen Autos.
Auf dem Platz Place de la Comedie befindet sich das architektonische Meisterwerk des Grand-Theatres (18. Jh.). Links von dem Platz befindet sich der Platz Quinconces (Esplanade des Quinconces), einer der größten Plätze Europas, mit einem Denkmal für die Girondisten und die Statuen von Montaigne und Montesquieu. Auf dem kreisrunden Platz Place de la Victoire, wurde im 18.Jh. ein Triumphbogen errichtet. Die Stadttore „Porte Cailhau“ das seiner Zeit zu Ehren Karls VIII. gebaut wurde und „La Grosse Cloche“ gehören heute zu einem der mittelalterlichen Zeugen der Stadt.
Shopping vom feinsten, durch teure Geschäftspassagen, findet man entlang der Cours de I'Intendance mit der außerordentlichen Architektur. Abwechslung bein Einkaufsbummel findet man in den Räumen des Espace Goya (Wohnräume des berühmten Malers)mit Bildern desselben. Nicht so exkluisiv, aber verkehrsberuhigt, geht es auf der Shoppingmeile Rue Sainte-Catherine zu. Wie jede Stadt die auf eine so bewegte Vergangenheit zurueckblicken kann, findet man in Bordeaux einige interessante Museen. Nicht verpassen sollten sie das Regionalmuseen Musée d’Aquitaine. In einem Seitenflügel des Rathauses befinden sich bemerkenswerte Kunstsammlungen, in der Galerie des Beaux-Arts und im Musée des Beaux-Arts. Kunst und Archetektur, bekommen sie im Musee d'Art Contemporain geboten. Die Ausstellungsräume sind in einer ehemaligen Hafenlagerhalle untergebracht. Ein aussergewoehnliches Museum ist das Musee des Douanes am (Zollmuseum) Place de la Bourse, 1.
In der Stadt befinden sich einigen sehr bemerkenswerte sakrale Bauten, sowie die Kathedrale Saint-André mit dem freistehenden Turm Pey-Berland (12. – 15. Jh.) oder die Basilika Saint-Michel, ebenfalls mit freistehenden Turm. Interessant ist auch die Kirche Sainte-Croix (12,Jh,). Eine der höchsten Gotteshaeuser in Bordeaux ist die die Kirche Sacré Coeur de Bordeaux, am Rande der Altstadt.
Biarritz liegt im Südwesten Frankreichs an der Atlantikkueste. Das berühmte See- und Heilbad ist seit dem 19. Jahrhundert ein beliebter Ferienort. Zur Zeit von Napoleon III und Königin Eugénie war das ehemalige kleine Fischerdorf, bei der europäischen Aristokratie sehr beliebt. Heute ist der Ort mit seinen windgeschützten atlantischen Stränden immer noch beliebt, aber nicht mehr so en vogue wie damals. Die Strandpromenade beim Strand Grand Plage (Hauptstrand), der 73 m hohe Leuchtturm (248 Stufen) auf der Landzunge Saint-Martin, das pulsierende Stadtleben, die Hortensien auf den Felsen und Hügeln, das Spielkasino (1929), die alten Bauten und der Mittelpunkt der Stadt, der Place Georges-Clémenceau, verleihen der Stadt einen ganz besonderen Charme. Eine Attraktion ist auch der ehemalige Fischerhafen Port des Pêcheurs. Sehr interessant ist auch der Felsriff nahe des Fischerhafens Rocher de la Vierge, der über eine Brücke erreicht werden kann. Diese Brücke wurde einst von Gustave Eiffel konstruiert. Sehenswert ist auch das Seewasseraquarium Musée de la Mer, das in Esplanade-Bauten untergebracht ist.
Ein nicht alltägliches Museeum ist das Musee du Chocolat. In einer ehemaligen anglikanischen Kirche untergebracht, ist das Musee du Vieux Biarritz, hier kann man mehr über die Geschichte der Stadt erfahren. Die schönste Kirche der Stadt ist die Chapelle Impériale (1864). Im Hinterland der Stadt gibt es zahlreiche Schlösser. Auf Wanderungen in der vielseitigen Landschaft kann man Höhlen und Wildpferde sehen.
Einige Kilometer von Biarritz entfernt, im Landesinneren, am Zusammenfluss der Flüsse Adour und Nive, liegt die typisch baskische Stadt Bayonne. Die Flüsse teilen die Stadt in drei Teile, die mit Brücken verbunden sind. Von den breiten Ringstraßen um den Ort führen Gassen, gesäumt mit mittelalterlichen Häusern im Zentrum der Altstadt das sogenannte Grand Bayonne. Dort befindet sich auch das eindrucksvollste, sakrale Bauwerk der Stadt, die Kathedrale Ste.-Marie (13.Jh.). Nicht weit entfernt von der Kathedrale befindet sich das mittelalterliche Chateau Vieux. Die beiden interessantensten Museen sind das Kunstmuseum Musée Bonnat und das baskische Geschichtsmuseum Musée Basque, welches in in einem Haus aus dem 16. Jh. untergebracht ist.
Sehr sehenswert ist das Stadtviertel St-Esprit (nördl. Adour-Seite) mit der eindrucksvollen Kirche Eglise St-Esprit (15. Jh. ) und einer mächtige Zitadelle.. Am ersten Augustmittwoch eines jeden Jahres, beginnt das fünftägige Fest Fêtes de Bayonne, eines der größten baskischen Feste. Bei diesem tradionellen Stadtfest wird getanzt und musiziert, es gibt unzählige Buden und Bühnen. Die Atraktion ist es die Jungstiere auf dem Place Saint André in petit Bayonne frei zulassen, welche mutige Männer durch die Strassen jagen. Eine weitere Tradition ist sich Rot-Weiß zu kleiden. Aber Achtung bei diesem Fest wird der Rotwein nicht nur in Massen getrunken, sondern auch über seine Mitmenschen gegossen.
Die Stadt Pau liegt an dem Fluss Gave de Pau. Sie ist die Geburtsstadt von Heinrich IV (1553). Im 19.Jh. wurde die Stadt von den Briten regiert, die den Charackter Paus massgeblich beeinflussten. So entstand hier der erste Golfclub Frankreichs, Pferderennen wurden abgehalten und Fuchsjagden organiesiert. Heute erinnert besonders die Gegend um den Parc Lawrence, eine prächtig bepflanzte Gartenanlage mit einige englische Villen an die Bitische Zeit der Stadt.
Eine der schönsten Strassen der Universitätsstadt, ist ist der fast 2 km lange Boulevard des Pyrénées, mit wunderbaren Blick auf das gleichnamige Gebirge und seine Gipfel. Die Stadt ist heute ein beliebtes Urlaubsziel, das seinen Besuchern einiges zu bieten hat. Allem voran das Renaissanceschloss Château von Pau (13/14. Jh.), Gebutshaus des beliebten Monarchen, im Zentrum der Altstadt. Zahlreiche Museen geben Aufschluss über das Laeben und die Kunst vergangener Tage, sowie das Musée Bernadotte ( im Geburtshaus Bernasottes), das Musée des Beaux-Arts, das Musee National (untergebracht im Schloss).
