Azoren
Die weit auseinanderliegende Inselgruppe der Azoren (Atlantik) besteht aus neun größeren (So Miguel, Santa Maria, Terceira, Graciosa, So Jorge, Pico, Faial, Flores und Corvo) und mehreren kleineren Inseln.
Die Inselgruppe gehört trotz der grossen Entfernung (ca. 1.500 km westl. v. europ. Festland und ca. 3.600 km östl. v. Nordamerika.) zu Portugal. Verwaltungstechnisch sind die Inseln der Azoren eine autonome Region (Região Autónoma dos Açores). Trotz zunehmendem Tourismus haben sich die Azoreninseln kaum verändert. Wie vor etlichen Jahren sind sie beschaulich und weitgehend unverfälscht geblieben. Characteristich sind neben dem klaren Wasser, dem blauen Himmel und der malerischen Landschaft, auch die vulkanischen Kraterseen, hohe Klippen, Täler, üppige Vegetation, viele Blumen, Geysire, Mineralquellen und einsame Buchten. Diese landschaftliche Vielfalt macht sie zu einem Pardies zum Wandern.
Sao Miguel ist die größte Insel der Inselgruppe, die Hauptinsel der Azoren. Die Hauptstadt Sant Michels Ponta Delage, ist zugleich Hauptstadt des ganzen Archipels. Ponta Delgada hat einen belebten Hafen und einen quirliges Stadtzentrum, namens Sebastiao, das um die gleichnamige Kirche gebaut wurde. Die Reste der mittelalterliche Festung (16. Jh.) sind sehr sehenswert, genauso wie die zahlreichen Kirchen und der Conceico-Palast (17.Jh.). Jedes Jahr im Mai feiert man hier das Fest des Heiligen Christus, dafür werden die Strassen aufwändig geschmückt und mit Blumen ausgelegt.
Wie Vulkanismus die Landschaft verändern kann, sieht man im Furnastal, am Krater Sete Cidades. Hier gibt es ein erstaunliches Naturwunder, der 40 qkm umfassende Krater hat zwei Seen (Lagoa Azul und Lagoa Verde), die miteinander verbunden sind, der eine ist tiefblau und der andere smaragdgrün. Ausserdem existieren hier heiße Quellen und Geysire (Schwefelhaltig). In Furnas kann man in vulkanischen Bächen und therapeutischen Schwefelquellen baden. Die Ortschaft ist bekannt fuer die kunstvollen Stickereien und Ananasprodukte, die hier hergestellt werden. Das vielseitige Hinterland ist von Wanderwegen ( nicht markiert) durchzogen.
Die Insel Santa Maria ist südlichste Insel und die erste der Azoreninseln, die entdeckt wurde. Die Landschaft ist kontrastreich, mit einer vollkommen ebenen Westhälfte und einer gebirgigeren Osthälfte (Serra de Guaramiranga), mit dem höchsten Berg der Insel, dem Pico Alto (856 m). Eine Wanderung auf den Berg lohnt sich, alleine schon wegen der Aussicht, auf die Landschaft, mit Weingütern, grünen Hügenl und Felder, Bananenplantagen, Palmen, ursprüngliche Wälder und Windmühlen. An der Küste sind Steilklippen und weiten Sandstrände. Die Strände der Insel sind ausgezeichnet und gelten als die besten der Inselgruppe. Die Insel ist ideal zum Wasserskifahren, Tauchen und Schnorcheln. Rund um die Insel liegen über 55 Tauchplätze aller Schwierigkeitsgrade.
Die Inselhauptstadt Vila do Porto, die erste Siedlung und heute größte Stadt des Archipels. Sie bietet ihren Besuchern einige Sehenswürdigkeiten. Bemerkenswert ist die mittelalterliche Altstadt, die Pfarrkirche Igreja da Nossa Senhora da Assuncao (15. Jh.), das ehemaliges Kloster Sao Francisco (16. Jh.), das heute als Rathaus dient und die Kirche Igreja da Nossa Senhora da Vitoria (12.Jh.). Beeindruckend ist die Ruine der Festung Sao Bra in Santa, dotrt gibt es auch ein Museum zu sehen sind.
Die Insel Terceira wurde von portugiesischen Seefahrern als dritte der Azoreninseln endeckt, was ihr auch den Namen gab (terceira heisst die Dritte). Ihren Beinamen die lila Insel, erhielt sie wegen der malerischen Sonnenuntergänge. Bademöglichkeiten an Stränden oder Naturschwimmbädern gibt es fast rund um die Insel mit Ausnahme der Westküste. Der größten Krater der Azoren, der Caldeira de Guilherme Moniz hat einen Durchmesser von 15 km. Die vielseitige Landschfat, bietet im Naturschutzgebiet Algar do Carvao zwei tiefe Grotten mit einem See und beeindruckenden Stalagmiten und Stalaktiten. Die Insel ist nur an der Küste besiedelt, doch ein Ausflug ins Landesinnere lohnt trotzdem. Die Inselhauptstadt ist Angra do Herismo, im Süden der Insel. Sie ist die die älteste Stadt der Azoren. Die Altstadt von Angra do Herismo ist UNESCO Weltkulturerbe. Hübsche weiße Häuser, Herrschaftssitzen und Renaissancebauten, enge Sträßchen mit Kopfsteinpflaster, die Kathedrale, der Stadtpark, Kirchen und der in einem früheren Palast untergebrachte Regierungssitz, laden zu einem Stadtrundgang ein. Eine wunderschöne Aussicht auf die Insel kann man vom Monte Brasil ( Krater) einige Kilometer vor der Stadt, genießen.
Die Insel Graciosa ( die liebliche) ist die zweitkleinste und trockenste Insel der Azoren. Der Wein der Insel ist bekannt und zählt zu den besten der Azoren. Graciosa ist vulkanischen Ursprungs, im Süden der Insel befindet sich deren Hauptattraktion ein 402 Meter hoher Krater. Die Furna de Enxofre, eine gigantische Höhle und geologische Kuriosität, mit einer Grotte unterhalb eines Kraters, einem in 80 m Tiefe liegender warmer See (Schwefel), die man über eine Wendeltreppe erreichen kann. Ein wahres Highlight ist das Badehaus der Ortschaft Carapacho , mit einem unterirdischen lauwarmem Kratersee, der ueber heißen Quellen gespeisst wird. Graciosa ist fast ganz ohne Wald. Es gibt einige fruchtbare Felder, auf denen Getreide, Früchte und Wein angebaut werden. Auf den Feldern stehen Windmühlen, die typischen fuer dier Azoren sind. Einst wurden sie genutzt um das Korn mit der Kraft des Windes zu mahlen.Diese Windmühlen sind das Wahrzeichen von Graciosa. Inselhauptstadt ist Santa Cruz, mit vielen Gebäude aus dem 18. Jahrhundert. Interessant sind auch die Graciosa vorgelagerten Felseninseln, mit üppiger Vegetation und zahlreichen Vogelarten (Vogelschutzgebiet)
Eine wietere Insel der Azoren ist Sao Jorge, die in der Mitte der Inselgruppe liegt. Die Haupteinnahmequelle der Insel ist die Käseproduktion. Der höchste Punkt von Sao Jorge bildet der Gipfel des Berges Pico da Esperanca (ca. 1000 m). Landschaftlich ist die Insel eine der schönsten Azoreninseln und von daher ein Paradies für Wanderer. Nicht nur fuer Naturliebhaber lohneswert ist ein Besuch der Fajas, Ebenen am Rand der Steilküste, mit glatten schwarzen Felsenklippen. Das Gebiet wird für die Landwirtschaft und den Obstanbau genutzt. Hier werden tropische Früchte, Kaffee, Tabak oder Wein angebaut. In dem Naturschutzgebiet bei Ribeira Seca (Faja de Caldeira de Santo Christo), werden Herzmuscheln in einem See gezüchtet. Sao Jorge bietet beste Möglichkeit zur Beobachtung von Walen und Delphinen. Baden kann man auf der Insel nur in Naturschwimmbädern. Idyllisch gelegen, umgeben von Zedernwälder liegt die Inselhauptstadt Velas. Zahlreiche alte Bauwerke, gibt es hier zu besichtigen
Faial (Buche) ist eine kleine, aber vielseitige Azoreninsel, vulkanischen Ursprungs. Man nennt sie auch Ilha Azul (die blaue Insel), wegen der vielen blauen Hortensienhecken, welche die Felder umgeben. Die höchste Erhebung der Insel ist der Berg Cabeco Gordo (1043 m.) mit dem Kraterrand des erloschenen Vulkans. Den letzten Vulkanausbruch gab es hier vor ca. 50 Jahren. Die Ortschaft Horta mit seinem gut ausgebauten Jacht- und Segelhafen war schon immer ein beliebter Treffpunkt für Atlantiküberquerer und Kreuzfahrtschiffe. Bei Weltenbummler und Segler weltweit bekannt das Café, Peter Café Sport, das berühmteste Lokal Portugals und beliebte Zwischenstation auf der Reise. Es gibt einige idyllische Stränden rund die Insel und einige Naturschwimmbecken, die bei Wasserratten und ruhesuchenden keine Wuensche offen lassen. Die insel bietet sich fuer Wanderungen an, z.B. auf den riesigen Krater Caldeira, mit einer atemberaubende Aussicht.
Die Insel Pico ist nach ihrem höchsten Berg benannt. Sie ist die zweitgrößte Azoreninsel. Sowohl die Landschaft als auch das Klima sind hier rauher als auf den anderen Inseln der Azoren. Eine der Hauptattraktionen der Insel ist, das Besteigen des Bergs Pico (2351 m). Er ist der höchste Berg der Azoren und Porugals. Der Gipfel manchmal schneebedeckt, verändert je nach Tageszeit seine Farbe. Eine gewisse Bergerfahrung sollten Sie genauso mitbringen wie eine entsprechende Ausrüstung ( Wanderschuhe und Wanderstöcke). Es gibt geführte Touren. Das zweite Highlight sind die Walbeobachtungstouren der Walbeobachtungsstation Espaco Talassa. Baden ist auf Pico ausschließlich in Naturschwimmbecken möglich. Die beiden Hauptorte der Insel sind Madalena und Lajes do Pico, zwei sehr kleine Ortschaften, in denen man nicht viel unternehmen kann.
Die Insel Flores, auch Blumeninsel genannt, liegt im äußersten Westen der Azoren. Damit ist die Insel der westlichsten Punkt Europas. Sie ist die Insel fuer Wanderer, Naturliebhaber und Wasserratten. Die Insel ist ideal für alle Wassersportarten. Flores verfuegt ueber eine wunderschöne Lanschaft , teilweise zerklüftet, aber selbst in den tiefsten Schluchten wachsen Blumen. Naturliebhaber sollten es nicht verpassen die Felsen Rocha dos Bordoes (Berg aus erstarrtem Lava) zu besuchen. Dort gibt es heiße, schwefelhaltige Quellen. Der höchste Berg der Insel ist der Morro Alto (914 m). Vom Gipfel hat man eine herrliche Aussichten auf die Insel, deren Tälern und die sieben Seen im Inselinneren. Sehr interessant sind auch die Flüsse, welche aus dem Gebirge talabwaerts fließen und dabei viele unterschiedlich grosse Wasserfälle bilden, die in allen nur erdenklichen blauen und grünen Farbschattierungen schimmern. Der bekannteste dieser Wasserfälle ist Ribeira Grande hat eine gesamte Fallhöhe von ca. 100 m. Beeindruckend ist auch die Gruta dos Enxareus eine Grotte direkt an der Küste. Sie kann nur über das Meer erreicht werden, Der Hauptort der Insel ist Santa Cruz das Flores. In der Stadt gibt es ein kleines Volkskundemuseum. Sehenswert ist auch die Barockkirche.
Corvo ist eine sehr kleine Insel, bestehend aus nur einer Stadt Vila Nova do Corvo und einem Krater. Hier gibt es kaum Touristen, Unterkuenfte oder touristische Aktionen. Dennoch bietet es sich an die kleine Insel bei einem Tagesausflug zu erkunden (ab Santa Cruz das Flores). Hier kennt jeder jeden, die Eingangstüren werden nicht abgeschlossen, es gibt weder ein Gericht noch ein Gefängnis Von der Stadt zum Krater führt eine Straße. Vom Ort aus kann in ca. 4 Stunden (einfach) zu Fuß zum Krater kommen. Der Krater mit einem Umfang von 3,4 km ist ca. 300 m tief. Im Krater sind zwei Seen. Der Aussichtspunkt Pao de Acucar bietet einen schönen Ausblick über die Insel bis weit auf das Meer.

